Nordkoreas Freude über das japanische Chaos

Der Mann hat gut lachen: Kim Jong-il und seine Freunde. (flickr/ Borut Peterlin)
«Die japanische Politik hat sich bis aufs Äusserste in Machtkämpfe verstrickt!» Mit diesen Worten informierte der nordkoreanische Rundfunk seine Hörer über die japanischen Neuwahlen. «Während die politische Lage in Japan in einen Zustand des Chaos versinkt, wurde das Unterhaus am 21. Juli aufgelöst und Neuwahlen für den 30. August angesetzt.» Es ist eine Premiere, dass sich die nordkoreanischen Medien über japanische Wahlen äussern.
Mit der Liberaldemokratischen Partei Japans (LDP) ist ein politischer Erzfeind Nordkoreas daran, die Regierungsmehrheit zu verlieren. Besonders die ungeklärten Entführungsfälle von japanischen Staatsangehörigen und die nordkoreanischen Raketen- und Atombombentests haben die Beziehung der beiden Länder in den letzten Jahren massiv belastet und die politische Rhetorik auf beiden Seiten verschärft.
In ihrer Ausgabe vom 25. Juli rechnet die «Arbeiterzeitung», das Sprachrohr der nordkoreanischen Arbeiterpartei, in einem gewohnt bissigen Ton mit der LDP ab: «Die fanatischen politischen Massnahmen der Regierung Aso haben die japanische Wirtschaft und die Lebensweise seines Volkes an den Rand des Zusammenbruchs geführt. Der Volksseele entraubt, hat sich die LDP mit ihren Niederlage in sämtlichen Kommunalwahlen der Lächerlichkeit ausgesetzt.»
Kein Wort über die DPJ
Zur oppositionellen Demokratischen Partei Japans (DPJ) hatten die nordkoreanischen Medien nicht viel zu vermelden. Nur soviel wusste der nordkoreanische Rundfunk zu berichten:«Die LDP hat gegen die DPJ bei den Kommunalwahlen eine Niederlage auf der ganzen Linie erlebt.» Die Tatsache, dass sich selbst bei einem Sieg der DPJ nicht viel in der japanischen Nordkorea-Politik ändern dürfte, mochte Pyöngjang in der Stunde des Triumphes nicht erwähnen.
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