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    Bill Clinton besucht Nordkorea

    Der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton ist überraschend in Pjongjang eingetroffen. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, Clinton sei unter anderem von Vize-Aussenminister Kim Kye-gwan begrüsst worden, welcher als Experte für die Beziehungen mit den USA gilt. Clinton will sich in Nordkorea für die Freilassung von 2 amerikanischen Journalistinnen einsetzen, die Mitte März bei Dreharbeiten über nordkoreanische Flüchtlinge für Al Gores Sender Current TV an der Grenze zwischen China und Nordkorea verhaftet wurden. Laura Ling und Euna Lee sind Mitte Juni von einem nordkoreanischen Gericht zu je 12 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden.

    Zweiter Besuch eines Ex-Präsidenten

    Mit Clinton besucht zum zweiten Mal ein amerikanischer Ex-Präsident Nordkorea. 1994, in Clintons Amtszeit, war der ehemalige amerikanische Präsident Jimmy Carter überraschend nach Nordkorea gereist und hatte die in eine Sackgasse geratenen Verhandlungen über Nordkoreas Nuklearprogramm wieder in Bewegung gebracht. Laut südkoreanischen Medienberichten ist beim jetzigen Besuch auch ein Treffen zwischen Bill Clinton und Kim Jong-il vorgesehen.

    Bill Clinton in Roanoke, Virginia im April 2009. (flickr/jacromer)

    Bill Clinton in Roanoke, Virginia im April 2009. (flickr/jacromer)

    Nordkoreanische Provokationen

    Seit Barack Obamas Amtsantritt hat das Regime in Nordkorea die Welt und insbesondere die USA immer wieder mit Drohgebärden und scharfer Rhetorik provoziert. Im April feuerte Nordkorea Raketen ab, gefolgt von einem Atombombentest im Mai. Auch die Verhaftung und Verurteilung der beiden amerikanischen Journalistinnen ist vor diesem Hintergrund zu sehen. Die Provokationen des Regimes in Pjongjang wurden von der Aussenwelt vor allem als Versuch interpretiert, das Land gegen innen zu einen und die Machtübergabe von Kim Jong-il auf seinen jüngsten Sohn Jong-un vorzubereiten.

    Direkte Verhandlungen mit Nordkorea?

    In letzter Zeit hat Nordkorea jedoch gegenüber den USA verhandlungsbereitschaft signalisiert. Bis anhin verwiesen die USA auf die 6-Parteien-Gespräche, an welchen neben den USA und Nordkorea seit 2003 auch China, Russland, Südkorea und Japan teilnehmen. Diese haben jedoch zu keinem Ergebnis geführt und im April zog sich Nordkorea aus den Gesprächen zurück. Streitpunkte waren unter anderem die von den USA verlangte vollständige und verifizierbare Entnuklearisierung Nordkoreas sowie Japans Weigerung, in der Frage der nach Nordkorea verschleppten Japaner den Auskünften Nordkoreas Glauben zu schenken. Noch vor 2 Wochen hatte Hillary Clinton, die amerikanische Aussenministerin und Bill Clintons Frau, gesagt, Nordkorea verhalte sich wie ein ungezogenes Kind und ihrer Erfahrung nach sei es am besten, diese einfach nicht zu beachten. Bis jetzt hat die Obama-Administration bezüglich Nordkorea nach diesem Grundsatz gehandelt. Der Besuch Clintons in Nordkorea könnte bedeuten, dass man auf amerikanischer Seite wieder zu direkten Verhandlungen mit Nordkorea bereit ist.


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