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    Der Preis ist heiss

    Aeon Einkauswagen

    Einkaufswagen in einem Aeon-Supermarkt. (flickr/Masashige MOTOE)

    Auf dem japanischen Kleidungsmarkt wird derzeit ein mörderischer Preiskrieg geführt. Als erstes ging im März das japanische Modeunternehmen Fast Retailing, welches mit der Billigmarke Uniqlo gross geworden ist, in die Offensive und lancierte eine Billigjeans für 990 Yen (ca. 7,40 Euro).

    Mitte März zog Seiyu mit einer Jeans für 1470 Yen (ca. 11 Euro) nach, im Mai folgte Seven & i Holdings mit einer eigenen 980-Yen-Jeans, die in Discountläden mit dem sinnigen Namen «The Price» verkauft wird. Anfang August schliesslich übertrumpfte der japanische Supermarktgigant Aeon alle mit einer Billigjeans für 880 Yen (ca. 6,60 Euro).

    «Ich glaube nicht, dass die Preise unserer Produkte ins Bodenlose sinken werden, aber wir wollen der Sparsamkeit der Konsumenten entsprechen», sagte der Direktor von Aeon Topvalu Kenji Horii gegenüber der Mainichi Shimbun.

    Seit März hat das Unternehmen die Preise von 2200 Eigenmarken gesenkt und auf 4400 Lebensmittel und Gebrauchsgüter Wochenaktionspreise eingeführt.

    Preiszerfall ein allgemeiner Trend

    Der Jeans-Preiskrieg widerspiegelt einen allgemeinen Trend. Im Juli ist der japanische Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent gefallen, wie das japanische Innenministerium am Freitag bekannt gab. Somit war der Juli der fünfte Monat in Folge, in dem die Preise sanken, und zum ersten Mal seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1971 betrug der Preisrückgang mehr als 2 Prozent.

    Zu dem starken Preisrückgang beigetragen haben neben der Normalisierung der Öl- und Lebensmittelpreise, welche letztes Jahr stark gestiegen waren, der Preiskrieg zwischen den Supermärkten. Man befürchtet deswegen eine Deflation, welche zur Fussfessel für die wirtschaftliche Erholung werden könnte.

    An dem rekordhohen Preiszerfall hat das Zurückpendeln des hohen Erdölpreises auf sein normales Niveau grossen Anteil, die Preise gingen aber im Juli auch dann um 0,7 Prozent zurück, wenn man die Preise für Lebensmittel und Energie nicht berücksichtigt. Laut der Erhebung des Innenministeriums sind vor allem Kleidung und elektronische Geräte wie Notebooks günstiger geworden. Einen Preisanstieg verzeichnete man wegen des Wiederanziehens der Wirtschaft bei den Energie- und Getreidepreisen.

    Wegen der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt und der tieferen Einkommen drosseln die japanischen Konsumenten derzeit ihren Konsum. Die Unternehmen ihrerseits können ihre Produkte nur absetzen, wenn sie die Preise senken. Als Resultat dieses Preiskrieges sinken jedoch die Einnahmen, was die Unternehmen dazu zwingt, weitere Arbeitsplätze abzubauen und die Löhne zu senken. Das Resultat ist ein klassischer Teufelskreis.

    Verbraucherpreise sinken trotz Wirtschaftserholung

    Die japanische Wirtschaft ist zwar im zweiten Quartal zum ersten Mal seit 5 Quartalen wieder auf einen Wachstumskurs umgeschwenkt und erholt sich dank der Exportwirtschaft und der staatlichen Konjunkturprogramme wieder, doch dem Privatkonsum fehlt es an Kraft und der Deflationsdruck dürfte noch längere Zeit anhalten, schreibt die Mainichi Shimbun.


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