Japan droht China mit Handelskrieg

Darum streiten sich Japan und China: Seltenerd-Metall.
Zwischen Japan und China droht ein Handelskrieg auszubrechen. Zankapfel ist Chinas Monopol auf der Gewinnung von Seltenerd-Metallen, welche in «grünen» Technologien wie Windkraftwerken, Elektroautos und einer Reihe weiterer Hightech-Produkte Verwendung finden. Anders als es der Name vermuten lässt, sind Seltenerd-Metalle nicht besonders rar. Doch China kontrolliert derzeit 95 Prozent der Weltproduktion und hat in den letzten 10 Jahren die offizielle Exportquote jedes Jahr um zirka sechs Prozent gesenkt.
Japan, das sich zunehmend auf den Wachstumsmarkt der grünen Technologien konzentriert, bezieht fast 100 Prozent seines Bedarfs an Seltenerd-Metallen aus China. Schon heute übertrifft die japanische Nachfrage nach Seltenerd-Metallen deshalb die chinesische Exportquote, sodass zirka ein Viertel des Bedarfs durch Schmuggelware gedeckt werden muss.
China plant Exportverbot
Jetzt droht Japan China damit, den Streit vor die Welthandelsorganisation WTO zu bringen. Auslöser für die verschärfte Rhetorik auf japanischer Seite sind chinesische Pläne, den Export von Seltenerd-Metallen und insbesondere des besonders wichtigen Dysprosiums weiter zu drosseln oder gar ganz zu unterbinden.
Durch ein Exportverbot könnte China seiner Industrie einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen sowie ausländische Firmen dazu zwingen, Forschungs- und Produktionsstandorte nach China zu verlegen, um das Exportverbot zu umgehen.
20 Jahre bis zum Monopol
Chinas marktbeherrschende Stellung ist das Resultat von 20 Jahren Anstrengungen, zur «Opec der Seltenerd-Metalle» zu werden, schreibt die Times. In China gibt es natürliche Vorkommen von Seltenerd-Metallen, aber Australien, die USA und Südafrika produzierten alle auch Seltenerd-Metalle mit einem schmutzigen, leicht radioaktiven und teuren Veredelungsprozess.
Branchenkenner gehen davon aus, dass China es mit den aufwändigen Reinigungsbestimmungen nicht allzu genau nahm und so seine Konkurrenten nach und nach aus dem Geschäft drängen und sein 95-Prozent-Monopol aufbauen konnte.
Auf der Suche nach Alternativen
Ein Versuch Chinas, den Export von Seltenerd-Metallen weiter einzuschränken oder gar zu unterbinden würde Unternehmen dazu zwingen, weltweit Seltenerd-Minen wieder in Betrieb zu nehmen oder neue zu eröffnen. Das japanische Handelshaus Sumitomo hat bereits einen Vertrag mit Kasachstan unter Dach und Fach gebracht und die japanische Regierung versucht unter anderem, in Vietnam weitere Lieferanten zu finden.
Doch China gibt das Heft nicht so schnell aus der Hand. Das australische Bergbau-Unternehmen Lynas Corporation hatte geplant, in Kuantan, Malaysia, ein neues Raffinerieprojekt für Seltenerd-Metalle zu eröffnen, welches mit der Zeit einen grossen Teil der Nachfrage aus Japan und anderen Ländern hätte decken können.
Doch die Kreditkrise machte einen Strich durch die Finanzierungspläne für das Projekt und China sprang mit einem Angebot in die Lücke, das einer vom chinesischen Staat kontrollierten Firma die Kontrolle über die australische Firma geben würde. «Niemand sonst machte ein solches Angebot», sagte ein Lynas-Sprecher.
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