Keine Freude in Russland

Blick auf Kunaschir und den Ort Juschno-Kurilsk. (Wikimedia Commons/Csman)
In Russland wurde der historische Erdrutschsieg der DPJ und Yukio Hatoyama mit viel Interesse verfolgt. Nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass Hatoyamas Grossvater Ichiro als Premierminister 1956 die Beziehungen zur damaligen Sowjetunion mit einer gemeinsamen Erklärung normalisierte.
In jener Erklärung einigte man sich darauf, dass die Sowjetunion zwei der besetzten vier Kurileninseln bei Hokkaido wieder zurückgeben würde. Eine Intervention der USA und interne Unstimmigkeiten in Japan verhinderte schliesslich eine Teilrückgabe der sogenannten Nördlichen Territorien mit den Inselgruppen Shikotan, Habomai, Etorofu und Kunashiri.
Die Sowjetunion hatte die Inseln am Ende des Zweiten Weltkrieges besetzt. Ein Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern ist jeweils an der Frage der Rückgabe der Gebiete gescheitert.
Hatoyama gleicher Meinung wie die LDP
Yukio Hatoyama hat in dieser Frage eine ähnliche Haltung wie die bisherige Regierungspartei LDP. In einer früheren Stellungnahme, sagte er: «Sowohl die Regierung wie auch das japanische Volk teilen die Meinung, dass die Nördlichen Territorien zu Japan gehören.» Diese Äusserung ist auch in Russland angekommen.
Dementsprechend sieht Russland dem Regierungswechsel nicht mit viel Freude entgegen, viel eher rechnet man sich in Moskau aus, dass die Frage um die Nördlichen Territorien wieder verschärft entfacht werden können.
«Fester Bestandteil Japans»
Erst noch im Juli hat das japanische Parlament eine Revision «des Gesetzes zur Lösung der Probleme um die Nördlichen Gebiete» durchgeboxt. Darin wird deutlich erwähnt, dass diese vier Inselgruppen «ein fester Bestandteil Japans» sind. Russland hatte scharf dagegen protestiert und in der Folge die japanischen Hilfslieferungen für die Inseln einfrieren lassen.
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