Die fetten Jahre sind vorbei
Die japanische Exportwirtschaft leidet nicht nur unter der globalen Krise, sondern auch unter dem starken Yen. Der neue Finanzminister ist jedoch weniger gewillt, an den Devisenmärkten zu intervenieren und den Yen tief zu halten, als seine Vorgänger aus der LDP.
Die japanischen Exporte sanken im August im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent, wie das Finanzministerium bekannt gab. Dazu trug neben der globalen Wirtschaftskrise auch der starke Yen-Kurs bei, der gegenüber dem Dollar im vergangenen Jahr 17 Prozent zulegte. Dadurch verteuerten sich die japanischen Produkte im Ausland und gleichzeitig schrumpften die nach Japan gebrachten Gewinne.
Der Anstieg des Yen vermindert insbesondere die Konkurrenzfähigkeit japanischer Exportgiganten wie Panasonic oder Toyota gegenüber den Mitbewerbern aus Südkorea. In den letzten 2 Jahren hat der koreanische Won gegenüber dem Dollar 23 Prozent an Wert verloren. Der Yen hat im gleichen Zeitraum 26 Prozent zugelegt.
Konsumenten profitieren
Letzte Woche sprang der Yen auf einen neuen Höchststand seit 7 Monaten, nachdem der neue Finanzminister Hirohisa Fujii gesagt hatte, er sei kein Befürworter eines «schwachen Yen». Die Demokratische Partei hatte im Wahlkampf versprochen, die Kaufkraft der Konsumenten zu stärken. Von einem starken Yen profitieren in erster Linie Herr und Frau Watanabe, die sprichwörtlichen japanischen Normalverbraucher.
Im Gegensatz dazu war die LDP, welche in den letzten 55 Jahren fast ununterbrochen an der Macht war, jeweils fest hinter der Exportindustrie gestanden. Die LDP-Regierungen griffen regelmässig in die Devisenmärkte ein, um den Dollar zu stärken.
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