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    Seit 41 Jahren im Todestrakt

    stachel

    Viele Verurteilte warten Jahrzehnte lang auf die Vollstreckung des Todesurteils. (flickr/egenerica)

    Kate Allen, die Direktorin der Menschrechtsgruppe Amnesty International, hat für den designierten Premierminister  Yukio Hatoyama ein dringendes Anliegen: «Anstatt auf die beschämende Todesstrafe zu bestehen, sollte die neu gewählte japanische Regierung sofort ein Moratorium auf alle weiteren Todesstrafen aussprechen.»

    Japan ist zusammen mit den USA eine der wenigen demokratischen Rechtsstaaten, welche die Todesstrafe noch nicht abgeschafft haben. In der Bevölkerung findet die Todesstrafe grossen Rückhalt. Alleine im letzten Jahr wurden 15 Menschen exekutiert. Nach japanischem Brauch werden die Verurteilten nur wenige Stunden zuvor über ihre Hinrichtung informiert.

    Laut Amnesty International führen die Häftlinge im Todestrakt ein isoliertes Leben. Gespräche mit anderen Häftlingen seien untersagt. Besuche seien nur limitiert erlaubt und körperliche Ertüchtigungen werden nur zwei bis dreimal pro Woche gestattet.

    In den Wahnsinn getrieben

    Viele der Verurteilten leiden deswegen unter psychischen Störungen oder Wahnvorstellungen. Obwohl die internationalen Menschrechte die Todessstrafe für mental kranke Menschen untersagt, kennt die japanische Justiz in diesen Fällen keine Gnade.

    Amnesty International verlangt zudem, dass die Verhörmethoden der Polizei reformiert werden müssen. Rund 99 Prozent der polizeilichen Befragungen enden mit einem Geständnis. Diesbezüglich versucht Japan seit kurzem mit einem Laienrichtersystem die Allmacht der Justiz zu beschneiden (Newsbento berichtete).

    Seit 41 Jahren im Todestrakt

    Die Todesstrafe jedoch, wird in Japan wohl kaum etwas abgeschafft werden. Noch warten 102 Verurteilte in den Todeszellen auf ihre Exekution. Diese Zahl hat sich in den letzten dreissig Jahren verfünffacht. So wartet der 73-jährige Iwao Hakamada seit 41 Jahren auf seine Hinrichtung.

    Ihm wird der Mord an seinem damaligen Fabrikleiter angelastet. Hakamada sagte während des Gerichtsprozess aus, dass er von der Polizei zu einem Geständnis gezwungen wurde. Das oberste Verfassungsgericht bestätigte 1980 die Todesstrafe. Die Haftbedingungen haben ihm mittlerweile derart zugesetzt, dass die Ärzte eine Geistesstörung diagnostiziert haben.

    Die ältesten Hingerichteten

    Zwischen 2006 und 2009 wurden 32 Menschen vom Staat hingerichtet, 17 von ihnen waren über 60 Jahre alt. Fünf von ihnen waren gar über 70. Nirgendwo sonst auf der Welt sind die Hingerichteten so alt wie in Japan.


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    One Response to “Seit 41 Jahren im Todestrakt”

    1. Der_Dude sagt:

      Und das in einem “Demokratischen” Land.

      btw. nette Seite, macht ruhig weiter so!

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