17. Oktober 2009, 00:05 Uhr

Südkorea und EU unterzeichnen Freihandelsabkommen

Frachtschiff in Hamburg

Bringt vielleicht schon bald mehr Güter aus Korea: Frachtschiff in Hamburg. (flickr/Rich Lewis)

Südkorea und die Europäische Union haben diese Woche in Brüssel ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Bevor das Abkommen in Kraft tritt, muss es noch durch das koreanische Parlament und das Europaparlament ratifiziert werden. Einige europäische Länder haben jedoch Widerstand angekündigt, weil sie für ihre Autohersteller starke Konkurrenz aus Korea befürchten.

Das Freihandelsabkommen wurde durch den koreanischen Handelsminister Kim Jong-hoon und die Handelskommissarin der EU, Catherine Ashton, unterzeichnet. Es ist das zweitgrösste Abkommen dieser Art, nach dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko von 1994, berichtet die Zeitung JoongAng Ilbo.

Wettbewerbsvorteil gegenüber Japan und China

Das Abkommen ist das erste Freihandelsabkommen der EU mit einem asiatischen Land. «Koreanische Güter erhalten dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Gütern aus China und Japan», sagte Lee Dong-geun, Vorsteher der Abteilung für Aussenhandel und Investitionen des Ministerium für wissensbasierte Wirtschaft.

Nach China ist die EU der grösste Handelspartner Südkoreas. Das Abkommen beseitigt 96 Prozent der Abgaben auf Gütern aus der EU und 99 Prozent der Abgaben auf Importen aus Korea. Auf südkoreanischer Seite profitieren davon vor allem Hersteller von Autos, Heimelektronik und Textilien. In der Gegenrichtung wird eine Zunahme der Exporte von Maschinen und chemischen Produkten aus der EU nach Korea erwartet.

Koreas gefürchtete Autohersteller

Die koreanischen Autobauer dürften besonders von dem Abkommen profitieren. Der Import von koreanischen Autos in die EU wird mit dem Wegfall der Einfuhrabgaben in Höhe von 10 Prozent um mindestens 1000 Euro günstiger. Allerdings fürchten die europäischen Autohersteller die Konkurrenz aus Korea und ein italienischer Minister hat bereits mit dem Veto gedroht, falls keine flankierenden Massnahmen ergriffen werden.

Der koreanische Vize-Finanzminister Hur Kyung-wook sagte, er erwarte, dass das Abkommen bis im Juli 2010 in Kraft trete, aber bis alle 27 EU-Mitglieder bereit sind, das Abkommen zu ratifizieren, wird es möglicherweise noch länger dauern.

2007 hat Südkorea bereits ein Freihandelsabkommen mit den USA unterzeichnet, allerdings ist eine Ratifizierung nach wie vor nicht in Sicht, weil die amerikanische Autoindustrie und die Gewerkschaft der Autobauer das Abkommen blockieren.

[Facebook] [Twitter] [Email]

Ähnliche Artikel:

  1. Toyota geht nach Südkorea
  2. Ein Exportprodukt der besonderen Art
  3. Südkorea und Indien werden strategische Partner

Hinterlasse eine Antwort