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    Mit Video gegen zweifelhafte Verhörmethoden

    Gefängnis Onomichi

    Häftlinge im Gefängnis Onomichi (flickr/Prisoner 159753)

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Japan dazu aufgerufen, seine Verhörmethoden zu reformieren, um Fehlurteile zu verhindern. Tatverdächtige können in Japan bis zu 23 Tage lang festgehalten und verhört werden, bevor Anklage erhoben wird. Die Verurteilungsquote beträgt über 99 Prozent, meist aufgrund eines Geständnisses. Immer wieder kommen in Japan Fälle von unschuldig Verurteilten in die Schlagzeilen, denen die Polizei unter massiver Druckausübung ein Geständnis abgerungen hatte (Newsbento berichtete).

    Zweifelhafte Verhörmethoden

    Die Staatsanwaltschaft bringt in Japan einen Fall normalerweise erst vor Gericht, wenn feststeht, dass sie den Prozess gewinnt. Ein Geständnis wird deshalb auch der «König der Beweisführung» genannt. «Der Untersuchungshäftling hat keinerlei Zugang zu seinem Verteidiger, er hat keine Ahnung, wie lange das Verhör dauert», sagte Rajiv Narayan von Amnesty International gegenüber BBC News.

    «Und dieses beinhaltet viele, viele Stunden wiederholter Befragungen und manchmal Schlafentzug und dem Untersuchungshäftling wird der Eindruck vermittelt, er werde erst freigelassen, wenn er gesteht. In einem solchen System ist es besonders beunruhigend, dass erzwungene Geständnisse sogar für eine Verurteilung zum Tod verwendet werden können.» Laut Amnesty International ist es unmöglich, festzustellen, zu wie vielen Fehlurteilen es gekommen ist.

    Amnesty fordert Einlösung eines Wahlversprechens

    Vor kurzem wurden in Japan Geschworenengerichte eingeführt, von denen man sich mehr Transparenz im Justizsystem erhofft (Newsbento berichtete). Ausserdem ist die neue Justizministerin Keiko Chiba eine ausgesprochene Gegnerin der Todesstrafe und sie liess durchblicken, dass während ihrer Amtszeit keine Todesurteile vollzogen werden (Newsbento berichtete).

    In ihrem Wahlkampf-Manifest hatte die regierende Demokratische Partei Japans versprochen, alle Verhöre auf Video aufnehmen zu lassen. Amnesty International fordert nun, dass Japans neue Regierung dieses Wahlversprechen einlöst, um Missbräuche während der Untersuchungshaft zu verhindern. Pläne, die Länge der Untersuchungshaft zu verkürzen, bestehen jedoch keine.


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