Japans künstliches Auge auf Nordkorea

Eine H-2A-Rakete beim Start eines Radarsatelliten im Jahr 2007. (wikimedia/Naritama)
Am Samstag wurde Japans neuester Spionagesatellit erfolgreich auf seine Umlaufbahn gebracht. Der optische Satellit startete mit einer Rakete vom Typ H-2A vom Weltraumbahnhof Tanegashima aus und soll militärische Einrichtungen und weitere Orte in Nordkorea beobachten. Der neue Satellit kann Objekte von 60 Zentimetern Grösse erkennen und ersetzt das erste Modell, welches im Jahr 2003 für eine vorgesehene Lebensdauer von 5 Jahren auf eine Umlaufbahn gebracht wurde.
Weltraumnutzung für Verteidigungszwecke
Hisashi Michigami vom japanischen Kabinettsbüro sagte, Japan hoffe, damit die eigenen Nachrichtendienstkapazitäten zu verbessern. In der Vergangenheit war Japan im Bereich der Aufklärung auf die Dienste der USA angewiesen. Japan hat sich lange Zeit dem Prinzip der zivilen Nutzung des Weltraums verpflichtet, und konnte deshalb keine Aufklärungssatelliten entwickeln, die leistungsfähiger sind als die Satelliten für zivile Nutzung.
Im August des letzten Jahres trat jedoch eine Weltraumgrundgesetz in Kraft, welche es der japanischen Regierung erlaubt, den Weltraum für Verteidigungszwecke zu nutzen, berichtet die Yomiuri Shimbun. Unter diesem Gesetz kann die Regierung das Auflösungsvermögen der Satelliten erhöhen. Derzeit betreibt Japan 2 optische Satelliten sowie einen Radarsatelliten. Bis 2013 soll ein weiterer Radarsatellit dazukommen. Das daraus resultierende 4-Satelliten-System soll es erlauben, bestimmte Orte auf der Erde mindestens 1 Mal pro Tag zu beobachten.
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