Öko-Punkte überfordern Japans Verbraucher

Dieser japanische Elektromarkt wirbt nicht gerade zurückhaltend mit den Ökopunkten.
Seit Mitte Mai dieses Jahres erhalten die japanischen Verbraucher beim Kauf bestimmter Elektrogeräte «Öko-Punkte», welche sie gegen andere Produkte und Dienstleistungen eintauschen können. Das Programm ist unter der Regierung von Taro Aso lanciert worden, um den Absatz von energiesparenden Klimaanlagen, Kühlschränken und Fernsehgeräten zu fördern und dadurch zum Umweltschutz beizutragen und gleichzeitig die Konjunktur zu stützen. Die Aktion wird voraussichtlich bis Ende 2010 verlängert werden. Ursprünglich sollte es bis Ende März 2010 laufen.
Zu viele Anfragen, zu wenig Kapazitäten
Das Öko-Punkte-Programm läuft zwar erfolgreich, aber bei weitem nicht reibungslos, berichtet die Asahi Shimbun. Nach dem Kauf müssen die Konsumenten ein Formular ausfüllen und einsenden, um die Öko-Punkte gegen Produkte aus einem Katalog einzulösen.
Normalerweise sollte die Prämie innerhalb von 1 bis 2 Monaten beim Kosumenten sein, dies ist jedoch lange nicht immer der Fall. Obwohl etwa 1000 Personen damit beschäftigt sind, die eingehenden Formulare auszuwerten und 450 weitere täglich bis zu 12’000 telefonische Anfragen beantworten, übersteigt die Menge der Anfragen die Kapazitäten.
Komplizierter Papierkrieg
Ein weiteres Problem sind falsch ausgefüllte Formulare. Etwa die Hälfte der bis Ende September eingeschickten 2,65 Millionen Formulare waren falsch oder unvollständig ausgefüllt. 290’000 Personen mussten ihr Formular neu ausfüllen und ein zweites Mal einsenden.
Viele der Antragsteller schreiben statt der Modell- und Seriennummer des gekauften Geräts die Nummer der gewünschten Prämie auf. Ausserdem versäumen es viele, eine Kopie des Garantiescheins mit sichtbarer Seriennummer beizulegen.
Diejenigen, welche das Formular online ausfüllen, werden auf solche Fehler aufmerksam gemacht, weil das Formular zum Schluss aber trotzdem ausgedruckt und per Post eingeschickt werden muss, nutzen nur wenige diese Möglichkeit.
Wataru Yamaguchi vom Daiwa Institute of Research meint dazu «Für die Konsumenten ist es sinnvoll, alles per Post zu machen, wenn nicht der gesamte Prozess online erledigt werden kann». Er hat auch eine einfache Lösung parat: Die Geschäfte sollen den Konsumenten die Punkte oder Gutscheine direkt an der Verkaufsstelle übergeben und den Papierkram später für sie erledigen.
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