Ein Brief für Kim Jong-il
Nordkorea hat einen 28-jährigen Amerikaner festgenommen, der illegal die Grenze zwischen China und Nordkorea passierte. Der Menschenrechtsaktivist Robert Park hatte am Weihnachtstag zu Fuss den zugefrorenen Grenzfluss Tumen überquert. Park ist koreanischer Abstammung und trug einen an Kim Jong-il adressierten Brief auf sich, in dem er den nordkoreanischen Diktator aufforderte, die Grenzen des isolierten Landes zu öffnen und alle politischen Gefangenen freizulassen.
Im März 2009 waren 2 amerikanische Journalistinnen verhaftet worden, nachdem sie über den Tumen nach Nordkorea gelangt waren. Sie wurden zu 12 Jahren Arbeitslager verurteilt, kamen jedoch im August 2009 frei, nachdem der ehemalige US-Präsident Bill Clinton nach Pjongjang flog, um Kim Jong-il zu treffen.
Ein Märtyrer für nordkoreanische Gefangene
Park habe vor seiner Abreise gegenüber Reuters gesagt, er wolle nicht, dass die amerikanische Regierung seine Freilassung erwirke; lieber werde er zum Märtyrer für gefangene Nordkoreaner, berichtet die Zeitung JoongAng Ilbo.
Südkoreanischen und amerikanischen Schätzungen zufolge hält Nordkorea in mehreren Konzentrationslagern insgesamt ca. 160’000 politische Gefangene fest. Nordkorea wird immer wieder wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert, doch das Land verneint die Existenz solcher Konzentrationslager konsequent.
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Die Aktion von Robert Park war meiner Meinung nach ein ziemlicher Schildbürgerstreich. Er hat weder sich selbst (auf gar keinen Fall!), noch denjenigen, die auf die Menschenrechtslage in Nordkorea aufmerksam machen wollen, einen Dienst erwiesen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass diese Menschen als fanatische Wirrköpfe gesehen werden.
Was soll es denn bringen, gegen die Gesetze eines Landes zu verstoßen – was er mit dem illegalen Grenzübertritt ja definitiv getan hat – und dann eingesperrt zu werden. Das wäre ihm in einem anderen Land genauso passiert. Und vermutlich bekommt er die Straflager nicht einmal zu sehen und wird irgendwo seperat inerniert. Da hätte er wohl besser in Arizona Demos organisiert und Flugblätter gedruckt. Stattdessen haben die Nordkoreaner wieder einen Verhandlungseinsatz und lassen Park bestenfalls (für ihn) gegen irgendwelche Konzessionen wieder frei, oder er verrottet irgendwo in einem Gefängnis oder Lager (Wenn sich die Machtverhältnisse in Nordkorea nicht irgendwann ändern).