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    Das urbane China hat keine Lust auf Kinder

    Eine gemeinsame Zukunft ohne Kind? Ein junges chinesisches Paar in Peking. (flickr / snow kisses sky)

    Chinas Stadtbevölkerung bekommt immer weniger Kinder, weil es sich viele finanziell nicht mehr leisten können. Eltern, die in den drei Metropolen Peking, Shanghai und Guangzhou leben, müssen für ihr Kind zwischen 450’000 und 500’000 Yuan (rund 54’000 Euro) ausgeben. Das ist 10 Mal so viel wie ein durchschnittliches Jahreseinkommen. Chinas Stadtbewohner beklagen sich mittlerweile, dass es schwieriger sei ein Kind zu erziehen als im boomenden Immobilienmarkt ein Haus zu kaufen.

    Parallel zu den sogenannten «Haussklaven», die sich für einen Hauskauf bei den Banken oder Verwandten schwer verschuldet haben, macht unter den urbanen Chinesen mittlerweile der Begriff der «Kindersklaven» die Runde. Damit sind Eltern gemeint, die einen Grossteil des Familieneinkommens für die Erziehung ihrer Kinder ausgeben müssen. Als Folgen hüten sich viele jungen chinesischen Eltern davor ihren Job zu wechseln oder Geld für ihre Freizeit auszugeben, um den Lebensunterhalt und die Schulgebühren der Kinder finanzieren zu können.

    Die Einkind-Politik Chinas, aber auch der zunehmende Wohlstand haben in den letzten 20 Jahren dazu geführt, dass sich die landesweite Geburtenrate halbiert hat. Gab es 1990 noch 21,06 Babys pro 1000 Einwohner, lag die Zahl 2007 noch bei 12,1. In einigen Städten liegt der Wert noch gar unter dem staatlichen Durchschnitt, trotz der Tatsache, dass gerade in den urbanen Regionen viele Menschen zwischen 20 und 40 leben.

    Eine gefährliche Entwicklung

    «Die ‹Kindersklaven› sind ein soziales Phänomen, das mit der mangelnden Sozialhilfe des Staates zu tun hat», sagt Professorin Yang Yansui von der Tsinghua Universität in Peking gegenüber der South China Morning Post. Gleichzeitig haben sich die Bildungskosten durch die intensive Konkurrenz vom Vorschulalter an dramatisch erhöht. «Ungenügende medizinische und soziale Absicherungen durch den Staat setzen die jungen Eltern zunehmend unter Druck, obwohl sie schon genug belastet sind mit anderen Existenzproblemen.»

    Professorin Yang sieht in diesem sozialen Phänomen eine gefährliche Entwicklung, denn für eine erfolgreiche Zukunft des Landes sei es wichtig, dass  gerade die gut gebildete, städtische Generation ab 1980 Kinder kriege. Noch sei es aber ein weiter Weg bis die Behörden die staatliche Sozialhilfe genügend ausgebaut haben.


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