26. April 2010, 00:41 Uhr

Ängstlich und verwöhnt

Eine Nummer 10: Shunsuke Nakamura im Dress des japanischen Nationalteams. (wikimedia)

Shunsuke Nakamura hält die japanischen Fussballspieler in der einheimischen J-League für verwöhnt und zu ängstlich. Er rät den jungen Kollegen eine Karriere im Ausland zu verfolgen. Nur so könne das japanische Nationalteam sich weiterentwickeln.

«Hier in Japan werden die Spieler zu stark verhätschelt», meint der 31-jährige Fussballprofi im Interview mit der Mainichi Shimbun. «Es wäre schön, wenn mindestens 20 Spieler im Ausland wären und 13 davon im Nationalteam spielen würden.» Im Moment sind gerade noch 10 Japaner in Europa tätig.

Ein Star bei Celtic

Nakamura weiss, wovon er spricht. Er hat selbst fast 8 Jahre in Europa gespielt, bevor er auf diese Saison hin wieder zurück zu seinem Heimklub Yokohama F. Marinos zurückgekehrt ist. Seine Auslandskarriere begann der Mittelfeldspieler und Freistosstechniker bei Reggina Calcio in Italien.

2005 wechselte er zu Celtic Glasgow in die schottische Liga, wo er dreimal die Meisterschaft gewann und 2007 zu Schottlands Fussballer des Jahres gewählt wurde. Im selben Jahr schoss er mit einem spektakulären Freistosstor die Celtic zum Sieg gegen Manchester United in der Champions League.

Schwierige Zeit in Spanien

Eher unglücklich verlief 2009 sein Abstecher zu Espanyol Barcelona, wo er nur noch eine Nebenrolle spielte und frühzeitig nach Japan nach Hause kehrte. Trotzdem möchte Nakamura selbst diese Monate nicht missen.

«Ich war zwar nur für eine kurze Zeit dort. Gleichwohl habe ich viel gelernt.» Diese Erfahrung habe seine Schwächen offengelegt und ihm gezeigt, wo er sich noch verbessern müsse für die Weltmeisterschaft im Juni.

Ständig unter Druck

Denn nirgendwo lerne man besser den Konkurrenzkampf kennen als in Europa. Man sei stets gezwungen sich zu verbessern. «In den europäischen Mannschaften kommen ständig neue Spieler. Es ist extrem hart sein Position im Team zu halten», sagt Nakamura. Genau dieser Druck mache einen Spieler besser und damit auch den japanischen Fussball.

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