Chinas Fluch ist Nordkoreas Segen
Chinas Drogenkrieg kennt keine Gnade. Letzte Woche wurden gleich 4 Japaner wegen Drogenschmuggels hingerichtet (Newsbento berichtete). Nun hat Peking angekündigt die Schmuggelwege nach China noch schärfer kontrollieren zu wollen.
Ein Grossteil der illegalen Substanzen, die in China gefunden werden, stammt heutzutage aus Nordkorea. Jedes Jahr passieren mehrere Tonnen Drogen den Weg aus Kim Jong-ils Reich nach China. Nur im Goldenen Dreieck zwischen Thailand, Burma und Laos gestaltet sich der illegale Handel noch aktiver.
«Der Kampf gegen die Handelsrouten aus Nordkorea ist essentiell, um die Verbreitung von Drogen auszurotten», sagt ein chinesischer Regierungsbeamter gegenüber der Asahi Shimbun. Wie eine Quelle der chinesischen Volksbefreiungsarmee berichtet, spielt Nordkoreas Militär dabei eine zentrale Rolle: «90 Prozent der Drogen, die aus Nordkorea stammen, wird vom nordkoreanischen Militär hergestellt.»
Zahlreiche Verhaftungen
Peking, welches freundschaftliche Beziehungen zu Pjongjang pflegt, galt lang als milde im Umgang mit kriminellen Machenschaften aus Nordkorea. Erst vor 10 Jahren begann China das Problem ernster zu nehmen, nachdem die sozialen Probleme mit Drogen im Reich der Mitte massiv zugenommen hatten.
Speziell gegen Ausländer hat sich die Gangart verschärft. 2009 wurden laut den chinesischen Sicherheitsbehörden 1559 Ausländer festgenommen, die insgesamt 1,96 Tonnen Drogen auf sich hatten. Vielen droht die Todesstrafe. Der Besitz von 1 Kilo Opium oder 50 Gramm Heroin und anderen Stimulanzen reichen dafür aus.
Der Umgang mit den Drogensüchtigen
Auf der Nachfrageseite ist Pekings Strafenkatalog jedoch vergleichsweise milde. Süchtige erhalten meistens nur leichte Strafen. Normalerweise drohen bis zu 15 Tage Haft und eine Geldstrafe von 293 Dollar. Der Schwerpunkt liegt auf dem Entzug.
2008 wurden gegen 860’000 der insgesamt 1,12 Millionen verurteilten Drogenkonsumenten keine weiteren rechtlichen Schritte vorgenommen. Rund 260’000 Verurteilten wurde ein 2-jähriges Rehabilitationsprogramm verordnet.
Kritiker sagen, dass diese Art des Umgangs verantwortlich sei für die Rückfallquote von rund 50 Prozent. Erst die hohe Nachfrage führe zum zunehmenden Drogenschmuggel an den Grenzen Chinas, bemerkt Xia Xueluan von der Universität Peking gegenüber der Asahi Shimbun. Deshalb seien härtere Strafen gegen die Drogenkonsumenten notwendig.
Arbeitslager statt Entzug
Andere Stimmen besagen jedoch, dass Chinas Rehabilitationsprogramme auf keinen Fall verniedlicht werden dürfen. Die sogenannten Kliniken seien viel eher Arbeitslager. Die Menschrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet über unmenschliche Zustände. Drogensüchtige werden dort zu harter Arbeit gezwungen. Schläge seien an der Tagesordnung.
Die 2-jährige Strafe kann laut New York Times gar auf 5 Jahre verlängert werden. Eine therapeutische Behandlung seien in diesen Instituten inexistent. Eine zeitgemässe Behandlung von Drogensüchtigen stecke in China erst in den Kinderschuhen. Das Drogenproblem sei daher nicht mit noch härteren Strafen zu lösen. ja.
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