Chinas heimliche Sanktionen

Wie weit geht China mit Nordkorea? Chinas Präsident Hu Jintao. (wikimedia/www.kremlin.ru)
Am Gipfeltreffen in Seoul widerstand China der gemeinsamen Bitte Südkoreas und Japans, das Regime in Nordkorea für den Angriff auf das südkoreanische Kriegsschiff Cheonan öffentlich zu verurteilen.
Chinas Premierminister Wen Jia-bao pochte auf der anschliessenden Pressekonferenz auf eine Entspannung der Situation: «Wir müssen die Auswirkungen des Cheonan-Vorfalles entschärfen, die angespannte Lage ändern und einen Konflikt verhindern.»
Brisante Informationen
Wie nun die Asahi Shimbun aufgrund von anonymen Quellen berichtet, zeigt sich Peking hinter den Kulissen so verärgert über Pjongjang, das angeblich die Hilfslieferungen für Nordkorea eingestellt worden seien. Der Grund für die Sanktionen sei jedoch nicht das Sinken der Cheonan, sondern Pjongjangs Behauptung vom 12. Mai erfolgreich eine nukleare Kernfusion durchgeführt zu haben (Newsbento berichtete).
Nur wenige Tage vor dieser Meldung stattete Kim Jong-il auf einer inoffiziellen Reise nach China Präsident Hu Jintao einen Besuch ab. Dabei soll Kim eine Beteiligung am Untergang der Cheonan bestritten haben, die scheinbar geglückte Kernfusion sprach er aber mit keinem Wort an.
Dramatischer Rückgang der Hilfslieferungen
Obwohl Nordkoreas Meldung vom 12. Mai von Experten mehr als Ablenkung vom Kriegsschiffs-Vorfall denn als Realität eingeschätzt wird, soll sich Chinas Führung über den Kommunikationsmangel Kim Jong-ils erbost gezeigt haben, wie die Asahi Shimbun berichtet.
Laut den anonymen Quellen seien die Hilfslieferungen seit Mitte Mai gänzlich eingestellt oder drastisch gesenkt worden. Dabei handelt es sich um Lieferungen von Reis, Dünger, Ersatzteile für Maschinen und weitere ähnlichen Gütern. Zudem soll Peking die Einstellung eines Brückenbaus über den Grenzfluss Yalu in Erwägung ziehen.
Die Lebenslinie Nordkoreas
Sollten sich diese Informationen bewahrheiten, könnte dies dramatische Konsequenzen für Nordkorea haben, denn China ist der mit Abstand der grösste Hilfsgeber des bitterarmen kommunistischen Land. ja.
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