USA behalten die Befehlsgewalt

Im Kriegsfall erteilen weiterhin die USA die Befehle: Amerikanische und südkoreanische Generäle bei einer Truppenübung.
Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak und der US-Präsident Barack Obama haben vereinbart, dass die USA das Oberkommando über die südkoreanischen Truppen in Kriegszeiten erst am 1. Dezember 2015 an Südkorea abgeben und nicht wie vorgesehen bereits im Jahr 2012. Die Entscheidung wurde an einem Treffen im Rahmen des G20-Gipfels in Toronto getroffen.
Nach Beginn des Koreakrieges, welcher von 1950 bis 1953 dauerte, übergab Südkorea die Befehlsgewalt über seine Truppen an ein von den USA angeführtes Oberkommando der Vereinten Nationen. Erst 1994 erhiehlt Südkorea die Befehlsgewalt über seine Streitkräfte in Friedenszeiten zurück. Im Jahr 2007 hatte die Regierung von Präsident Roh Moo-hyun schliesslich vereinbart, dass Südkorea den Oberbefehl über das südkoreanische Militär in Kriegszeiten im April 2012 zurückerhält.
Destabilisierung der Sicherheitslage
Die Regierung von Präsident Lee Myung-bak ist jedoch der Ansicht, wegen der veränderten Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel sei die Übergabe des Oberkommandos nicht angebracht. Im Mai 2009 führte Nordkorea einen 2. Atombombentest durch und im März soll ein nordkoreanisches U-Boot ein südkoreanisches Marineschiff torpediert und versenkt haben. Kim Sung-hwan, Präsident Lees hochrangigster Sicherheitsberater, führte eine Reihe weiterer destabilisierender Faktoren als Gründe für die Verschiebung an.
Im Jahr 2012 will sich Nordkorea zu einem «mächtigen Land» erklären; in Südkorea und den USA finden dann Präsidentschaftswahlen statt und die Amtszeit des chinesischen Präsidenten Hu Jintao geht zu Ende. Ausserdem ist geplant, die in Seoul stationierten amerikanischen Truppen 2015 nach Pyeongtaek in der Provinz Gyeonggi südlich der Hauptstadt zu verlegen.
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