«Japan hat die Welt überrascht»

Wie ein Mann hinter der Mannschaft: Japans Fussballfans. (flickr/sean in japan)
Es hat nicht sollen sein. Noch nie war Japan näher dran an einem Viertelfinal. Doch Paraguay behielt beim Elfmeterschiessen die besseren Nerven. Yuichi Komano verfehlte als einziger mit einem Lattenschuss das Tor. 3:5 lautete am Ende das harte Verdikt. Grund zum Trübsal blasen gibt es dennoch nicht. Der Stolz über das Erreichte überwog in den japanischen Medien.
«Japan hat die Welt überrascht und hielt 120 aufreibende Minuten dem Druck stand», lautete die Titelzeile der Asahi Shimbun. Die Yomiuri Shimbun kürte die «Blue Samurai» gar zu Helden: «Ihre Tapferkeit wird uns in Erinnerung bleiben.» Endlich sei der japanische Fussball auf der Weltbühne angekommen.
Auch Premierminister Naoto Kan beglückwünschte die Mannschaft zu ihrer ersten Qualifikation für die KO-Runde ausserhalb Japans: «Mit ihrer Teamarbeit haben sie die wahre Stärke des japanischen Fussballs aufgezeigt.»
Der grosse Sieger Okada
Die wohlwollenden Voten rührten auch von den tiefen Erwartungen der Fans im Vorfeld der WM. Zu schlecht waren die Vorbereitungsspiele. Umso überraschter zeigten sich die Medien nach den ansehnlichen Leistungen der Blue Samurai.
Der grosse Sieger dieser WM ist Trainer Takeshi Okada, der vom Geschmähten zum Helden aufgestiegen ist. Er selbst hatte nie Zweifel am Erfolg der Mannschaft (Newsbento berichtete). Es war nach 1998 seine zweite WM-Teilnahme als Trainer der japanischen Nationalmannschaft. In Brasilien in 4 Jahren wird Okada nicht mehr dabei sein. Der Trainer hat schon vor Südafrika seinen Rücktritt bekanntgegeben.
«Keine vergeudete Zeit»
Auch für den 31-jährigen Fussballstar Shunsuke Nakamura wird es wohl die letzte WM im Dress der Nationalmannschaft gewesen sein. Lediglich 26 Minuten war er in Südafrika im Einsatz. Enttäuscht sei er darüber nicht: «Es war sicherlich keine vergeudete Zeit hier. So ist nun mal das Fussballleben.» Als die Journalisten Nakamura auf einen allfälligen Rücktritt ansprachen, blockte er kurzerhand ab: «Für heute habe ich genug Fragen beantwortet.» Auch dies mag eine Antwort sein. ja.
Ähnliche Artikel:

![[Facebook]](http://www.newsbento.ch/wp-content/plugins/bookmarkify/facebook.png)
![[Twitter]](http://www.newsbento.ch/wp-content/plugins/bookmarkify/twitter.png)
![[Email]](http://www.newsbento.ch/wp-content/plugins/bookmarkify/email.png)


