20. Juli 2010, 00:08 Uhr

Die unvergessene Demütigung

Eine Demütigung für Korea: Der Annexionsvertrag von 1910. (wikimedia)

Im August vor 100 Jahren annektierte Japan das besetzte Korea und verleibte es damit in das damalige japanische Reich ein. Für Korea war es der Beginn einer Zeit voller Unterdrückung und Schmerz, die bis zur Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg andauern sollte. Der Schatten der Kolonialzeit hat jedoch bis heute seine Spuren hinterlassen.

Japan tut sich noch immer schwer mit der eigenen Vergangenheitsbewältigung. Speziell die langjährige Monopolpartei LDP weigerte sich stets eine offizielle Entschuldigung für die Verbrechen von damals auszusprechen.

Mit dem Regierungswechsel an die DPJ im letzten Jahr haben sich jedoch die Beziehungen zu China und Südkorea markant verbessert. Aus diesem Grund hofft nun Südkorea auf eine spezielle Geste des neuen japanischen Premierministers Naoto Kan.

Der Hinweis Kans

Und tatsächlich scheint etwas im Gange zu sein. «Die Regierung hat sich Gedanken gemacht über eine entsprechende Stellungnahme», lässt sich Kabinettssekretäre Yoshito Sengoku von der Mainichi Shimbun zitieren. Man sei aber noch zu keiner Schlussfolgerung gekommen.

Die südkoreanische Zeitung Chosun Ilbo zitiert jedoch bereits offizielle japanische Regierungsquellen, welche die Veröffentlichung einer entsprechenden Stellungnahme Tokios bereits bestätigen. Man werde darin mit der «grösstmöglichen Aufrichtigkeit» die Kolonialvergangenheit ansprechen, heisst es weiter.

Die berühmte «Murayama-Erklärung»

Das bislang aufrichtigste Bedauern drückte 1995 der Sozialdemokrat und Premierminister Tomiichi Murayama zum 50-jährigen Ende des Zweiten Weltkrieges aus. Er entschuldigte sich damals für die japanischen Verbrechen während der Kolonialzeit und des Krieges. Bis heute hat sich jede nachfolgende Regierung an diese sogenannte «Murayama-Erklärung» festgehalten. ja.

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